Praxis-IT fällt selten mit einem lauten Knall aus. Sie wird langsam langsamer, unsicherer und teurer im Unterhalt, bis ein Update, ein Kassenwechsel oder ein Sicherheitsvorfall die Lücke schmerzhaft sichtbar macht. Die gute Nachricht: Die Warnzeichen sind eindeutig, wenn man weiß, worauf man achtet. Hier sind die sieben wichtigsten.
7 Zeichen, dass Ihre Praxis-IT modernisiert gehört
- Der Praxisserver ist älter als fünf Jahre oder hat keinen Wartungsvertrag mehr.
- Auf Arbeitsplätzen läuft noch Windows 10, das seit Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates mehr erhält.
- Das Praxisverwaltungssystem läuft in einer Version, die der Hersteller nicht mehr pflegt.
- Ein Backup gibt es, aber niemand hat je eine Rücksicherung getestet.
- Der TI-Konnektor ist ein Gerät der ersten Generation und läuft aus dem Support.
- Programme starten spürbar langsam, das Team hat sich an Wartezeiten gewöhnt.
- Bei Störungen ruft jemand aus dem Team einen Bekannten an, statt einen betreuenden Dienstleister.
Drei oder mehr Treffer? Dann arbeitet Ihre Praxis nicht mehr mit der IT, sondern gegen sie.
Windows 10 und alte Server: das unterschätzte Sicherheitsrisiko
Seit dem Support-Ende von Windows 10 im Oktober 2025 bekommen diese Geräte keine Sicherheitsupdates mehr. In einer Arztpraxis, die täglich mit sensiblen Patientendaten arbeitet und an die Telematikinfrastruktur angebunden ist, ist das kein Komfort-, sondern ein Haftungsthema. Ein veralteter Server ohne Wartung ist der zweite blinde Fleck: Fällt er aus, steht die Praxis, und ohne getestetes Backup kann die Wiederherstellung Tage dauern. Was ein zeitgemäßer Serverraum leisten muss, haben wir in einem eigenen Beitrag zu den Anforderungen an den Serverraum zusammengefasst.
TI 2.0 und ePA: was ohnehin auf Sie zukommt
Die Telematikinfrastruktur entwickelt sich weiter in Richtung TI 2.0, und die elektronische Patientenakte wird für Praxen zunehmend zur gelebten Pflicht statt zur Kür. Beides setzt voraus, dass Ihre Grundinfrastruktur stimmt: aktuelle Betriebssysteme, ein unterstützter Konnektor beziehungsweise dessen Nachfolgelösung und eine stabile, abgesicherte Internetanbindung. Eine Praxis, die ihre IT jetzt modernisiert, erledigt diese Pflicht nebenbei mit, statt sie später unter Zeitdruck nachzuziehen.
Modernisieren ohne Praxisstillstand
Die größte Sorge bei jeder Modernisierung ist der laufende Betrieb. Deshalb gehen wir in Etappen vor, nicht mit dem großen Knall:
- Bestandsaufnahme: Was ist da, was ist Risiko, was hat Priorität.
- Absichern zuerst: Backup, Updates und Endgeräteschutz, bevor Neues dazukommt.
- Server und Arbeitsplätze etappenweise erneuern, außerhalb der Sprechzeiten.
- TI und PVS auf aktuellen Stand bringen, mit Testlauf statt Sprung ins kalte Wasser.
- Danach laufende Betreuung, damit die IT gepflegt bleibt und nicht wieder veraltet.
Was kostet das, und was wird gefördert?
Eine Modernisierung ist eine Investition, aber selten so hoch wie befürchtet, vor allem, wenn man sie plant statt aus dem Ausfall heraus zu reagieren. Und ein Teil lässt sich fördern: Über die BAFA-Beratungsförderung für die Digitalisierung von KMU sind für die Beratung Zuschüsse möglich. Wie das funktioniert, lesen Sie in unserem Beitrag zur BAFA-Förderung für Digitalisierung.
Fazit
Veraltete Praxis-IT ist ein schleichendes Risiko, das sich planbar auflösen lässt. Wenn Sie beim Lesen mehrfach genickt haben, lohnt sich eine nüchterne Bestandsaufnahme. Wie wir Praxen im Raum Koblenz, Bad Ems und Montabaur dabei begleiten, sehen Sie auf unserer Seite für Praxis-IT. Und wenn gerade ein Inhaberwechsel ansteht, hilft unsere Checkliste zur Praxisübernahme weiter.
