Viele kleine und mittlere Unternehmen finanzieren ihre Digitalisierung vollständig aus eigener Tasche, obwohl ein Teil der Beratungskosten förderfähig wäre. Der Grund ist selten fehlendes Geld, sondern fehlende Übersicht: Welche Förderung passt, wer bekommt sie, und lohnt sich der Antragsaufwand überhaupt? Als BAFA-Berater ordnen wir das hier nüchtern ein. Stand der Angaben ist August 2026, maßgeblich ist immer die aktuelle Förderrichtlinie.
Was die BAFA fördert, und was nicht
Das passende Programm heißt „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU". Gefördert wird darüber qualifizierte, konzeptionelle Unternehmensberatung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Digitalisierung und IT-Sicherheit sind dabei ausdrücklich mögliche Beratungsthemen. Wichtig zu wissen: Es gibt keinen gesonderten, höheren Fördersatz nur für Digitalisierung, das Thema läuft im einheitlichen Programm mit.
Gefördert wird also in erster Linie das Know-how, das Sie zu einer sinnvollen Digitalisierung führt, nicht die Hardware selbst.
- Förderfähig: konzeptionelle Einzelberatung zu Digitalisierung, IT-Sicherheit, Prozessen und Organisation.
- Nicht förderfähig: Seminare und Workshops sowie reine Produkt- oder Hardwarekäufe.
Wer bekommt die Förderung?
Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Freie Berufe mit Sitz in Deutschland. Maßgeblich ist die KMU-Definition der EU. Zwei Rahmenbedingungen sind entscheidend:
- Die Beratung muss von einem beim BAFA registrierten Berater durchgeführt werden.
- Der Antrag muss gestellt und vorgeprüft sein, bevor die Beratung beginnt. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.
Pro Unternehmen sind maximal zwei Beratungen pro Jahr und insgesamt bis zu fünf Beratungen bis zum Programmende am 31. Dezember 2026 förderfähig.
Wie hoch ist der Zuschuss?
Der Zuschuss richtet sich nach dem Unternehmensstandort und ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss auf die Beratungskosten:
- 50 Prozent, maximal 1.750 Euro, unter anderem in den alten Bundesländern sowie Berlin und Leipzig.
- 80 Prozent, maximal 2.800 Euro, in den neuen Bundesländern sowie den Regionen Lüneburg und Trier.
Die förderfähigen Beratungskosten sind dabei bundesweit auf 3.500 Euro pro Beratung gedeckelt, und die Beratung darf fünf Tage beziehungsweise 40 Stunden nicht überschreiten. Bei der Förderung handelt es sich um eine De-minimis-Beihilfe. Welcher Satz für Ihren Standort gilt, prüfen wir vor dem Antrag am tagesaktuellen Stand.
So läuft der Antrag, Schritt für Schritt
- Kurzes Vorgespräch: Passt Ihr Vorhaben ins Programm, und erfüllen Sie die Voraussetzungen?
- Antrag online über die BAFA-Antragsplattform stellen, mit einem registrierten Berater.
- Vorprüfung durch die Leitstelle abwarten. Erst nach dem Informationsschreiben darf die Beratung beginnen.
- Beratung durchführen und dokumentieren.
- Verwendungsnachweis einreichen, der Zuschuss wird ausgezahlt.
Klingt nach Bürokratie, ist mit dem richtigen Berater aber überschaubar, weil der die Plattform, Formulare und Fristen kennt.
Typische Fehler im Antrag
- Mit der Beratung beginnen, bevor der Antrag vorgeprüft und freigegeben ist. Der häufigste und teuerste Fehler, denn rückwirkend wird nicht gefördert.
- Das Vorhaben zu vage beschreiben, sodass der konzeptionelle Beratungscharakter nicht erkennbar ist.
- Seminare oder reine Produktkäufe als Beratung deklarieren.
- Fristen für den Verwendungsnachweis verstreichen lassen.
Häufige Fragen
Kann ich mehrere Beratungen fördern lassen?
Ja, bis zu zwei pro Jahr und maximal fünf über die gesamte Programmlaufzeit bis Ende 2026. Da es sich um eine De-minimis-Beihilfe handelt, gilt zusätzlich die Obergrenze von 300.000 Euro De-minimis-Beihilfen innerhalb von drei Jahren.
Wie lange dauert es bis zur Freigabe?
Das schwankt je nach Auslastung. 2025 war die Nachfrage sehr hoch, planen Sie Vorlauf ein und beginnen Sie auf keinen Fall vor der Freigabe.
Fazit
Die BAFA-Förderung nimmt Ihnen die Entscheidung nicht ab, aber sie senkt die Hürde, mit einer durchdachten Digitalisierung zu starten, statt planlos Technik zu kaufen. Entscheidend sind die richtige Reihenfolge und ein registrierter Berater an Ihrer Seite. Wie wir das konkret begleiten, lesen Sie auf unserer Seite zur BAFA-Förderung. Wenn Sie noch am Anfang stehen, hilft Ihnen unser Beitrag Digitalisierung für KMU: wo anfangen, und einen Überblick über unsere Leistungen finden Sie unter IT-Leistungen.
Stand: August 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die jeweils gültige Förderrichtlinie des BAFA.
